Casanovas ausgelassenes Rendezvous
Hätte Casanova 1756 diesen Blog und hier vom Speed-Meeting gelesen, er hätte wohl gezögert, Bozen zu verlassen. Es zog ihn aber dringend weiter nach Paris. Der berühmte Verführer war 1755 in den Bleikammern von Venedig eingekerkert worden, nachdem er mit gleich zwei Nonnen des Klosters Santa Maria degli Angeli eine Affäre gepflegt hatte. Offiziell wurde seine Verhaftung durch Casanovas angebliche Blasphemie begründet, der Gefangene wusste von alldem jedoch nichts. Als ihm 1756 die Flucht gelang, wollte er sich, unter falschem Namen, in Bozen neu einkleiden lassen und klopfte gleich wieder an die Pforten des Gefängnisses: Er ließ die Rechnung offen. Der Brief, in dem Georg Anton von Menz den Frauenhelden aufforderte, seine Schulden zu tilgen, wurde vor nicht allzu langer Zeit in den Archiven des Bozner Merkantilmuseums wiederentdeckt; Grund genug für eine sehenswerte Sonderausstellung, in der die Atmosphäre der damaligen Zeit noch einmal spürbar wird. „November 1756. Giacomo Casanova in Bozen“ ist bis Ende Oktober montags bis samstags von 10 bis 12.30 Uhr für eine interessierte Öffentlichkeit zugänglich.
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